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Verdacht auf Pilzvergiftung – was jetzt wichtig ist

Symptome nach Pilzverzehr? Handelt es sich vielleicht um eine Pilzvergiftung? Bei Beschwerden nach dem Verzehr von Pilzen zählt schnelles, richtiges Handeln. Diese Seite zeigt dir die wichtigsten Schritte und Anlaufstellen. Wenn du unsicher bist oder Symptome zunehmen: lieber einmal zu früh Hilfe holen als zu spät.

Vorgehen bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung Typische Symptome

Wenn nach einer Pilzmahlzeit Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe oder Durchfall auftreten, gilt: immer ernst nehmen – auch wenn die Symptome „nur“ mild wirken. Pilzvergiftungen können sehr unterschiedlich verlaufen, teils auch stark zeitverzögert. Dabei gilt als Faustregel: eine lange Latenzzeit ist immer kritisch.

Verdacht auf Pilzvergiftung
Verdacht auf Pilzvergiftung? Sofort handeln!
  • Bei starken Symptomen oder schneller Verschlechterung: 112 (Rettungsdienst) anrufen und sofort ins Krankenhaus.
  • Bei unklaren Symptomen oder dem Verdacht auf den Konsum von Giftpilzen: Giftinformationszentrum kontaktieren (regional zuständig). Bei uns in der Region (Hessen und Rheinland-Pfalz) ist das Giftinformationszentrum in Mainz der richtige Ansprechpartner. Die Telefonnummer lautet: 06131 19240. Das Giftinformationszentrum ist rund um die Uhr erreichbar und unterstützt bei der Einschätzung und dem weiteren Vorgehen.
  • Pilzreste sichern: Rohe Pilze, Putzreste, Speisereste (und wenn vorhanden Erbrochenes) für die Abklärung aufbewahren bzw. mitgeben.
  • Fotos vom Sammelgut: Gibt es Fotos vom Sammelgut, so kann ein Pilzsachverständiger eine Einschätzung zum Pilz und Pilzgift geben. Mit dieser Information können die Ärzte gleich die richtige Behandlung starten.
  • Nicht zögern: Keine Verzögerung durch Internetrecherche oder Pilzbestimmungsapps. Das kostet wertvolle Zeit und liefert oft die falschen Ergebnisse.
  • Nicht „experimentieren“: keine Selbsttests, keine Hausmittel oder Herbeiführen von Erbrechen. Das ist gefährlich.

Wie ich dir helfen kann (erste Einschätzung)

Wenn du Fotos oder Reste der Pilze hast (idealerweise roh, ungesäubert, von oben/unten/seitlich, Stielbasis mit dabei), kann ich oft erste Vermutungen äußern. Dies kann die Einordnung erleichtern und helfen, schneller dir richtigen nächsten Schritte zu wählen – immer begleitend zu ärztlicher Abklärung/Giftinformationszentrum, nicht als Ersatz. Ich kann dir keine ärztlichen Ratschläge geben.

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„Echte“ Pilzvergiftung vs. „unechte“ Pilzvergiftung

Nicht jedes Unwohlsein nach Pilzen ist automatisch eine klassische Giftpilz-Vergiftung.

Echte Pilzvergiftung (Giftpilze / Toxine)

Hier sind Pilzgifte ursächlich. Es gibt verschiedene Pilzgifte, die verschiedene Vergiftungssyndrome auslösen und den menschlichen Körper bzw. die Organe auf unterschiedliche Art und Weise schädigen. Im schlimmsten Fall haben sie eine tödliche Wirkung.

Diese Symptome von Pilzvergiftungen können unterschiedlicher Natur sein und sich durch die Art der Symptome und Zeit bis zum Auftreten unterscheiden. Das ist der Grund, warum schnelle, strukturierte Abklärung so wichtig ist.

„Unechte“ Pilzvergiftung (häufige Auslöser)

Vergiftungssymptome müssen aber nicht zwingend von Pilzgiften ausgelöst werden. Sie können auch entstehen durch:

  • Unverträglichkeit: Einige Pilze wie der Hallimasch können individuelle Unverträglichkeiten auslösen. Durch die schwere Verdaubarkeit von Pilzen sind oft auch größere Portionen oder eine fettige Zubereitung Grund für Unwohlsein, Bauchweh oder Durchfall und Erbrechen.
  • Verdorbene Speisen: Pilze sind (anders als es im Supermarkt gehandelt wird) am ehesten mit frischem Fleisch vergleichbar. Eine falsche Lagerung (Unterbrechung der Kühlkette / keine Kühlung oder Lagerung in nicht atmender Verpackung wie Plastiktüten) führt zu schneller Eiweißzersetzung, die wiederum eine Lebensmittelvergiftung hervorrufen kann. Bakterielle Belastung kann ebenfalls ein Auslöser für eine Lebensmittelvergiftung sein.
  • Rohverzehr oder unzureichendes Erhitzen: Manche Pilzarten haben hitzeinstabile Gifte. Beim Erhitzen werden diese neutralisiert. Wir kennen das unter Anderem auch von der Kartoffel. Außerdem tötet das Erhitzen auch eventuelle andere Krankheitserreger ab.
  • Alkohol-Kombination: Es gibt Pilzarten, die in Kombination mit Alkohol Vergiftungssyndrome auslösen.

Wichtig: Für Betroffene macht das im ersten Moment keinen Unterschied – das Vorgehen bleibt: medizinisch abklären lassen durch Giftnotruf oder Notruf 112 (je nach Notfalllage).

Prävention – so reduzierst du das Risiko

  • Sammle nur Pilze, die du zweifelsfrei bestimmen kannst. Im Zweifel bleiben sie stehen oder lass dein Sammelgut von einem ausgebildeten Pilzsachverständigen (wie mir) kontrollieren.
  • Verarbeite Pilze immer frisch, vermeide alte oder bereits angegriffene Exemplare und transportiere Sammelgut in luftigen Körben statt in Plastiktüten.
  • Wildpilze sollten außerdem immer ausreichend erhitzt werden. Je nach Stückgröße sind 20 Minuten ein guter Richtwert.
  • Vertiefe dein Wissen: In meinen Kursen lernst du wichtige Merkmale, typische Verwechslungen und eine sichere Praxis für deinen Alltag. Als Pilzsachverständige (DGfM) kann ich dir wichtiges Wissen vermitteln und auch Pilze zu Speisezwecken freigeben.